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Die Grundregel des Vergleichs
Verglichen wird nur, was auf beiden Packungen steht und was sich in dieselbe Einheit umrechnen lässt. Alles andere führt zu Scheingenauigkeit. Das schließt Erfahrungsberichte aus, weil sie nicht überprüfbar sind, und es schließt Wirkungsvergleiche aus, weil sie weder zulässig noch belegbar sind. Übrig bleiben harte Angaben, und die reichen aus, um zwischen Angeboten deutliche Unterschiede sichtbar zu machen, oft im Verhältnis von eins zu vier oder mehr beim Preis je Gramm. Halten Sie die Zahlen dabei auf zwei Nachkommastellen; eine größere Genauigkeit täuscht eine Präzision vor, die Etikettangaben ohnehin nicht hergeben.
Legen Sie sich für den Vergleich eine kleine Tabelle an, mit einer Zeile je Produkt und einer Spalte je Kriterium. Papier genügt. Der Aufwand liegt bei etwa zehn Minuten für drei Produkte und ersetzt jede Empfehlungsliste im Internet, deren Zustandekommen Sie nicht kennen. Wichtig ist die Reihenfolge: erst alle Werte eintragen, dann vergleichen. Wer während des Sammelns bereits bewertet, verliert die Übersicht und lässt sich von der Aufmachung der jeweiligen Seite leiten. Nehmen Sie höchstens drei bis vier Produkte in die engere Wahl, sonst wächst der Aufwand schneller als der Erkenntnisgewinn. Eine Vorauswahl anhand der Kennzeichnung verkleinert das Feld meist von selbst.
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Kriterium eins bis vier
Erstens die Menge Methylsulfonylmethan je Tagesportion in Milligramm, entnommen aus der Nährwerttabelle, nicht aus dem Produktnamen. Zweitens die Reichweite: Portionen je Packung, also Inhalt geteilt durch die Tagesportion, was Ihnen die Zahl der Tage liefert. Drittens der Preis je Gramm reinen Stoffs, berechnet als Packungspreis geteilt durch die enthaltene Gesamtmenge in Gramm. Viertens die weiteren Zutaten mit ihren jeweiligen Einzelmengen je Tagesportion, ausdrücklich einzeln und nicht als Summe eines Komplexes. Für die Reichweite genügt eine Division: Gesamtmenge geteilt durch Tagesportion ergibt die Zahl der Tage, und diese Zahl ist im Alltag oft aussagekräftiger als der Packungspreis.
Diese vier Werte entscheiden den Vergleich in den meisten Fällen bereits. Sie machen sichtbar, ob eine niedrige Packungsangabe durch eine hohe Zahl an Kapseln je Tag erkauft wird, ob eine große Dose tatsächlich länger reicht und ob ein Kombinationsprodukt beim eigentlichen Stoff sparsam ist. Halten Sie die Einheiten sauber: Milligramm und Gramm nicht mischen, und den Preis immer auf ein Gramm beziehen, nicht auf eine Kapsel oder eine Portion. Übertragen Sie die Werte unverändert aus der Nährwerttabelle und rechnen Sie erst danach um, weil sich beim gleichzeitigen Abschreiben und Umrechnen die meisten Fehler einschleichen.
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Kriterium fünf bis sieben
Fünftens die Zusatzstoffe und die Kapselhülle: Wie viele Zutaten hat das Produkt außer dem Stoff selbst, sind Trennmittel enthalten, ist die Hülle pflanzlich oder aus Gelatine. Sechstens die Dokumentation: Steht eine Chargennummer auf der Packung, gibt es zu dieser Charge ein Analysenzertifikat, und antwortet der Anbieter auf eine sachliche Anfrage mit einem Dokument statt mit einem Werbetext. Siebtens die Kennzeichnung: sind alle Pflichtangaben und Hinweise vorhanden, und ist ein vollständiges Impressum mit ladungsfähiger Anschrift vorhanden. Nehmen Sie außerdem auf, ob eine Kontaktmöglichkeit besteht, die über ein Formular hinausgeht, also eine Telefonnummer oder eine erreichbare E-Mail-Adresse.
Die letzten drei Kriterien sind keine Feinheiten für Fortgeschrittene. Sie unterscheiden einen Anbieter, der ein Lebensmittel ordentlich in Verkehr bringt, von einem, der eine Ware weiterreicht. Wer bei Charge und Zertifikat ausweicht, wird auch bei einer Reklamation ausweichen. Ein Produkt, das bei den ersten vier Kriterien gut abschneidet und bei den letzten dreien nichts liefert, ist deshalb kein günstiges Angebot, sondern ein unklares. In der Praxis fallen bei dieser Prüfung häufig genau die Angebote heraus, die im Preisvergleich vorn lagen. Das ist kein Zufall, denn Dokumentation, Prüfungen und ein erreichbarer Ansprechpartner kosten Geld und schlagen sich im Endpreis nieder.
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Ein durchgerechnetes Beispiel
Produkt A: Pulver, 500 Gramm, 16,90 Euro. Preis je Gramm rund 3,4 Cent. Bei einer Tagesportion von zwei Gramm reicht die Dose 250 Tage, die Tagesportion kostet knapp sieben Cent. Produkt B: 180 Kapseln zu je 1000 Milligramm, 22,90 Euro. Das sind 180 Gramm Stoff, also rund 12,7 Cent je Gramm. Bei zwei Kapseln täglich reicht die Dose 90 Tage, die Tagesportion kostet rund 25 Cent und enthält die Hälfte der Menge von Produkt A. Damit lassen sich beide Produkte erstmals sinnvoll nebeneinanderstellen, obwohl ihre Packungspreise auf den ersten Blick nah beieinanderliegen.
Produkt C: Gelenkkomplex, 120 Kapseln, Verzehrempfehlung zwei Kapseln täglich, 29,90 Euro, davon je Tagesportion 400 Milligramm MSM. Die Packung reicht 60 Tage und enthält 24 Gramm MSM, also etwa 1,25 Euro je Gramm. Selbst wenn man die übrigen Zutaten mitrechnet, liegt der Abstand zu den Einzelprodukten bei einem Vielfachen. Ob dieser Abstand gerechtfertigt ist, entscheiden Sie anhand der Einzelmengen der weiteren Zutaten. Die Rechnung selbst nimmt Ihnen niemand ab. Rechnen Sie den Aufschlag anschließend gegen den Gewinn an Bequemlichkeit auf: Ein Kombinationsprodukt erspart Ihnen zwei zusätzliche Dosen im Schrank, mehr jedoch nicht.
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Was sich nicht vergleichen lässt
Nicht vergleichbar sind Wirkung, Verträglichkeit im Einzelfall und alles, was auf Erfahrungsberichten beruht. Bewertungen in Shops sind kein Prüfergebnis; sie sind selten repräsentativ, häufig gefiltert und manchmal gekauft. Auch Auszeichnungen wie Testsieger oder Bestnote sagen ohne Angabe der prüfenden Stelle, des Prüfzeitpunkts und der Kriterien nichts aus. Fehlen diese Angaben, ist das Siegel eine Grafik. Prüfen Sie im Zweifel, ob sich die genannte Untersuchung überhaupt finden lässt. Ebenso wenig taugt die Zahl der Bewertungen als Maßstab, denn sie hängt vor allem vom Alter des Shops und von seiner Reichweite ab. Ein neues Produkt mit wenigen Bewertungen ist deshalb nicht schlechter.
Ebenso wenig vergleichbar sind Herkunftserzählungen ohne Dokumente, Verfahrensbezeichnungen ohne Analyse und Reinheitsangaben jenseits von 99,9 Prozent, die sich in der Praxis nicht sinnvoll unterscheiden lassen. Wenn zwei Produkte in allen sieben Kriterien gleich liegen, entscheiden Sie nach Verfügbarkeit, Packungsgröße und Anbieterverhalten. Und wenn Sie unsicher sind, ob ein Produkt für Ihre Situation überhaupt in Frage kommt, ist das eine Frage für die ärztliche Praxis und nicht für eine Vergleichstabelle. Halten Sie das Ergebnis Ihrer Prüfung kurz schriftlich fest, damit Sie beim nächsten Kauf nicht von vorn beginnen. Zwei Zeilen je Produkt genügen dafür vollkommen.